Kategorien
(Un)perfekter Alltag

Der Arbeitsweg als einzige freie Zeit des Tages…

Besonders für berufstätige Mütter kann der Weg zur und von der Arbeit die einzige frei nutzbare Zeit des Tages sein, zum Träumen, Lesen oder für soziale Kontakte abseits der Familienthemen. Genießt sie!

Ich selbst stelle die Bedeutung der freien Zeit in der Bahn auf dem Weg zur und von der Arbeit immer wieder dann verstärkt fest, wenn sie mir mal fehlt. Das passiert, wenn ich mal mit dem Auto fahren muss, weil ich es für einen Termin brauche. Es ist ja ganz typisch, dass man erst merkt, was Dinge bedeuten, wenn sie mal fehlen 🙂

Wofür man die Zeit verwendet?

In meinem Fall für alle möglichen, in der Regel sogar sinnvollen Dinge: Rezepte nachsehen, wenn man noch nicht weiß, was man abends zu Essen machen möchte, und passend dazu gleich die Einkaufsliste in die App schreiben. Oder Mails von den besten Freundinnen (wer das wohl ist?) beantworten, die es magischerweise den ganzen Tag schaffen, hin und her zu schreiben. Ich beantworte die Mails dann oft auf dem Nachhauseweg in der Bahn, alle auf einmal. Morgens ist auch gern mal Zeitungslesen dabei, ab und zu mal ein bisschen von einem Hörbuch oder einem Podcast. Oder ich notiere mir ToDos. Und WhatsApp! Das wichtigste Kommunikationsmedium in meinem Leben, und nicht nur im meinem 🙂 Wenn mich der Teufel reitet, kann auch schonmal noch die eine oder andere dienstliche Mail dabei sein, die ich lese oder schreibe.

E-Book-Reader auf dem Schoß einer Frau in der Bahn

Warum die Zeit in der Bahn so wertvoll ist

In diesen gerade mal zwanzig Minuten (plus Wartezeit) bin ich meistens ungestört, keine Anrufe, niemand kommt in mein Büro, niemand ruft an, auch weil teilweise auf der U-Bahn-Strecke kein Empfang ist (wie rückständig!). Da schafft man oftmals mehr als in der doppelten Zeit im Büro. Und hinzu kommt: Da man nirgendwo anders hin kann, keine anderen Dinge erledigen kann wie Hausarbeiten, kochen, einkaufen, mit dem Kind oder dem Partner diskutieren, aufräumen, usw., kann man auch nicht den Fokus auf das verlieren, was man gerade tut.

Sträfliche Störungen…

Übrigens mag ich es nicht, Bekannte in der Bahn zu treffen, genau aus diesem Grund! So gern ich die Menschen habe, die ich treffe, aber die Begegnung und der eigentlich schöne Austausch stehlen mir die wertvolle ungestörte Zeit 🙂

Was ist anders, wenn man mit dem Auto unterwegs ist?

Zunächst mal: Andere Verkehrsteilnehmer, die einen aufregen können, sind unterwegs. Ampeln, Baustellen, Krankenwagen, Radfahrer, Fußgänger, haltende Busse… Alles Faktoren, auf die man aufpassen muss, die einen aufhalten können, die einen ärgern können. Dazu sind die Hände am Lenkrad, und man kann sie nicht wegnehmen, sollte es auch nicht tun, um irgendwas am Handy zu notieren oder andere unvernünftige Dinge zu tun und dabei sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.

Also gehen im Kopf zwar auch die Fragen um, was als nächstes zu tun ist und was man vielleicht erledigen möchte, wem man noch nachher zum Geburtstag gratulieren will… Bloß: „Nachher“ hab ich wieder hundert andere Dinge zu tun und im Kopf und vergesse die Gratulation dann doch. Okay, wieder zu Kreuze kriechen und einen Tag später nachträglich gratulieren…

Das Bahnfahren ist auch für die Umwelt gut…

Rosa Blüten vor einem vorbeifahrenden Zug im Hintergrund

…und damit kann ich sehr gut das verbinden, was mir gut tut mit dem, was auch für die Umwelt besser ist und damit auch für mein Gewissen. Es hat Vorbildcharakter, und als Bonbon kommt obendrauf, dass ich auch noch schneller bin. Ich bin nämlich so spät unterwegs, dass man mich im Büro als die Spätschicht bezeichnen könnte. Die Straßen sind dann voll, die Parkplatzsuche dauert länger, und beides ist noch schlechter für meinen Spritverbrauch und damit sowohl meinen Geldbeutel als auch die Umwelt.

Wobei, bei den Ticketpreisen bei unserem lokalen Verkehrsunternehmen müsste ich erstmal genau nachrechnen, ob das wirklich stimmt…

Verzicht aufs Auto generell?

So gern ich mit der Bahn zur Arbeit fahre und so sinnvoll es umwelttechnisch ist: Komplett aufs Auto verzichten möchte ich nicht. Die schnelle Flexibilität, die Möglichkeit auch große und schwere Dinge zu transportieren und seine Lieben (oder die Freunde vom Kind) mitzunehmen, würde ich doch schmerzlich vermissen. Eine Zeit ohne Auto hatte ich während meiner Ausbildungen eine Weile, und ich habe alles Nötige auch so hinbekommen, teilweise auch mit der Hilfe von meinen Lieben, die ein Auto hatten, aber diesen Luxus würde ich mir nur dann nicht mehr gönnen, wenn es wirklich nicht anders geht.

Radfahrer, im Hintergrund schnelle Autos

Wie haltet ihr es? Ist Car-Sharing eine Option für euch, oder geht nichts übers eigene Auto? Oder seid ihr gar konsequent immer nur mit dem Fahrrad unterwegs?

Fotos: pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.