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Auf zum perfekten Ich

Unsere Intuition – wie sehr kann man ihr trauen?

Wir haben da ein Bauchgefühl, können es aber nicht so recht begründen und trauen ihm deswegen nicht. Ist das richtig oder sollten wir mehr auf unser Bauchgefühl hören?

Was genau ist Intuition?

Man weiß, glaube ich, was mit Intuition gemein ist, aber wie genau lässt sie sich beschreiben bzw. definieren? Die erste Definition, die ich beim Googeln gefunden habe, lautet: 

Substantiv, feminin (die)

  1. das unmittelbare, nicht diskursive, nicht auf Reflexion beruhende Erkennen, Erfassen eines Sachverhaltes oder eines komplizierten Vorgangs
  2. Eingebung, (plötzliches) ahnendes Erfassen

Habe ich Vertrauen in meine Intuition?

Lange habe ich meiner eigenen Intuition keine so große Bedeutung beigemessen. Tatsächlich habe ich sie gar nicht richtig wahrgenommen, sondern immer nur auf die „Reflexion“ geachtet. Ich bin davon ausgegangen, dass ein bloßes „Gefühl“ keine ausreichende Begründung ist für eine Entscheidung, zumindest für keine wichtige. Meine Einschätzung der Wichtigkeit der Intuition habe ich eigentlich erst in den letzten zwei, drei Jahren verändert. Nämlich seit ich Personalauswahlentscheidungen zu treffen habe. 

Natürlich sind sachliche Argumente wie Qualifikationen die wichtigsten Auswahlkriterien und werden es auch bleiben. Dennoch fällt es mir leicht, Menschen einzuschätzen, leichter als ich vorher gedacht hatte. Ich war überrascht darüber, wie schnell ich auch sagen kann, wo oder in welchem Job ich mir jemanden gut vorstellen kann. 

Wobei kann sie uns nützlich sein?

Frau auf einem Weg, der sich einer Kreuzung nähert.

Die Intuition kann in vielen Situationen hilfreich sein, und zwar einerseits bei der Notwendigkeit von vielen Gesprächen mit Menschen. Wenn man schnell einschätzen kann, ob jemand es ernst mit einem selbst meint und ehrlich ist, kann einen das vor diversen Schwierigkeiten bewahren. 

Bei anderen Entscheidungen, zum Beispiel für eine größere Ausgabe oder eine Verabredung, kann sie einen ebenfalls vor Fehlern bewahren. Wenn man bei etwas ein komisches Bauchgefühl hat, sollte man darauf durchaus hören!

Either it‘s a „Hell, yes!“ or it‘s a „No“.

Wenn man auf ein Angebot spontan so reagiert, dass man es sofort und unbedingt annehmen möchte, dann hat dies seine Berechtigung! Und wenn man zweifelt und sehr unsicher ist, dann ist das eine Intuition, auf die man ebenfalls hören sollte. Traut euch das zu!

Zwei Abzweigungen eines Waldweges

Weibliche Intuition: Hat dieser Begriff seine Berechtigung?

Und wie ist das mit dem Unterschied zwischen den Geschlechtern? Haben nur Frauen ein ausreichendes Maß an Intuition, um sich darauf auch wirklich zu verlassen? Und steht dem die männliche Logik oder die männliche Vernunft als Gegenpol gegenüber? Soweit die Klischees.

In Versuchen hat sich auch schon gezeigt, dass Männer und Frauen praktisch gleich gut abgeschnitten haben dabei, ein echtes von einem „falschen“ Lächeln zu unterscheiden. Die Frauen hatten sich selbst vorher allerdings in höherem Maße so eingeschätzt, dass sie den Unterschied erkennen würden.

Frau, hinter der eine schattenhafte gleiche Frau ihr etwas zuruft

Haben die Männer inzwischen Intuition gelernt?

Oder hatten sie sie schon immer, haben ihr nur weniger vertraut, weil ja das Stereotyp die „männliche Logik und Vernunft“ ist und deshalb das Verlassen auf die Intuition nicht einmal zugegeben werden kann? So wirklich werden wir das nicht heraus bekommen. Sicher ist aber, dass die Intuition ein machtvolles Werkzeug ist, wenn auch nicht willentlich eingesetzt. Und das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. In der Hinsicht, dass wir darauf auch vertrauen sollten, können die Männer vermutlich noch etwas von uns Frauen lernen.

Zweifelnd schauenden Mann, der überlegend sein Kinn hält

Kann man wichtige Entscheidungen ernsthaft mit Intuition begründen?

Oder hält man uns für verrückt, wenn man eine Entscheidung nicht mit sachlichen Argumenten begründet?

An der allgemeinen Anerkennung der Intuition als ein Teil dessen, was eine Entscheidung beeinflusst, müssen wir wohl noch etwas arbeiten. Das betreiben wir aber weiter! Ich für meinen Teil, in meinem Job und privat, werde es auf jeden Fall tun. Die unterbewussten Vorgänge waren schon immer wichtig für unser Überleben. Und auch wenn es bei den heutigen Entscheidungen weniger um Leben und Tod geht als in der Steinzeit, sollten wir die Millionen Jahre alte Intelligenz unseres Gehirns und Bauches nicht außer Acht lassen.

Schriftzug des englischen Wortes Trust, zu Deutsch „Vertrauen“

Fotos: pixabay

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