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(Un)perfekter Alltag Auf zum perfekten Ich

Frustkäufe… Wer kennt sie nicht?

Fragt euch lieber einmal mehr: Brauche ich das wirklich?

Vor Kurzem habe ich mir etwas gekauft, was zu dem Zeitpunkt nicht hätte sein müssen: Ein neues Handy. Es war alles okay mit dem alten, und es war auch nicht wirklich alt, sondern zwei Jahre. Gut, alle zwei Jahre ein neues Handy zu haben ist schon recht normal geworden. Ich hatte es aber geplant.

Was war passiert?

Ich hatte eine nicht so gute Woche, war mies drauf, und habe mich in dieser Situation, in der ich dann anfällig für Werbung war, von den Features des neuen Gerätes locken lassen. Mir war absolut bewusst, dass es einerseits ein Kauf ist, für den ich Argumente finden kann (die bessere Kamera vor allem, und bald will ich doch den Kurs zur Smartphone-Fotografie machen, so er denn noch stattfindet…), andererseits aber doch ein Frustkauf. Ich konnte es auch nicht bestellen und drauf warten, sondern bin in die Stadt gefahren und habe in mehreren Läden geschaut, ob ich es dort kriege!

Frau mit Kaffee und Tablet, auf dem ein Warenkorb zu sehen ist

Hat der Frustkauf geholfen?

Naja… Bessere Bilder, vor allem bei schlechtem Licht, bekomme ich mit dem neuen Handy schon, finde ich. Und sie sind schön scharf. Aber letztendlich wäre es eben doch nicht nötig gewesen. Die schlechte Laune in der Woche hat sich dadurch auch nicht wirklich gebessert, ich war nur eine Weile abgelenkt durch die Suche, das Einrichten, das Überspielen der Daten, etc. und im Anschluss auch den Verkauf des alten Geräts.

Technische Spielereien sind normalerweise nicht mein Objekt der Begierde, egal ob gefrustet oder nicht. Das sind Handtaschen! 🙂

Aber wann werden Frustkäufe bedenklich?

Ab und zu mal ein wenig gefrustet etwas zu kaufen, das man eigentlich nicht wirklich braucht, ist ja vielleicht gar nicht so schlimm. Oder?

Problematisch wird es, wenn man es nicht mehr unter Kontrolle hat, weil man vielleicht wider besseres Wissen nicht anders kann, als vielleicht in einem Monat jetzt schon das vierte Mal Kleidung shoppen zu gehen, obwohl der Kleiderschrank aus allen Nähten platzt und an der Hälfte der Teile noch die Etiketten hängen.

Auch sehr alarmierend: Man kauft und kauft immer weiter, obwohl das Konto längst weit überzogen ist. Dann braucht die Person definitiv Hilfe.

Von hinten zu sehende Frau mit Shoppingtüten über der Schulter

Was hilft gegen übermäßiges Kaufen?

Bei den zuletzt genannten Problemfällen helfen wohl nur noch psychologische Hilfe und/oder eine Schuldnerberatung. In dieses Feld will ich aber hier nicht einsteigen, da ich das auch gar nicht könnte.

Die klassischen Ratschläge sind ja, zunächst mal beim Einkauf im Supermarkt:

  • Nie hungrig einkaufen gehen!
  • Mit einer Einkaufsliste losziehen, und sich dann bitte auch nicht davon ablenken lassen
  • Vorher nachsehen, was zu Hause noch so in den Schränken schlummert und möglicherweise auch bald abläuft

Und was hilft gegen Frustkäufe anderer Natur, die wirklich teuer werden können?

  • Beim Shoppen planen, was man wirklich braucht, und dann auch nur danach schauen
  • Auch hier: Vorher in den Kleiderschrank schauen, was tatsächlich noch so da ist.
  • Bei „gefährlicher“ Stimmung, in der man dazu tendiert zuviel zu kaufen, lieber die Shoppingtour verschieben
  • Sich immer fragen. „Brauche ich das wirklich?“
  • Größere Anschaffungen lieber ein bisschen ruhen lassen. Besteht der Wunsch oder die Notwendigkeit nach einer Weile (mindestens ein paar Tage, vielleicht sogar einen Monat später) immer noch, scheint eine Anschaffung Sinn zu machen.

Mir selbst ist es schon passiert, dass ich mich von der langen Schlange an der Kasse habe abschrecken lassen, und: Oh, Wunder, ich brauchte das Teil dann später auch nicht mehr. Oder ich habe beim Warten doch nochmal etwas aus dem Einkaufskorb wieder weg gelegt.

Visakarten, Frau mit Tasche von Louis Vuitton in der Hand

Das „Anti-Shopping-Fotoalbum“

Mir hilft es in Bezug auf meinen ausgeprägten Handtaschenfimmel, ein Fotoalbum auf dem Handy dabeizuhaben, in dem meine schon vorhandenen Taschen auf einen Blick sichtbar sind. Wenn mir eine gefällt, schaue ich nach, ob sich da etwas doppelt. Sowas könnte auch bei anderen Shopping-Fimmel-Schwerpunkten helfen…

Im Outlet-Center shoppen?

Übrigens sind in dieser Hinsicht Outlet Center gefährlich. Man kann dort zwar günstigere Kaufpreise finden, aber insgesamt kauft man eher zuviel. Und wegen der oft längeren Anfahrt fährt man auch nichts umtauschen, ja, nicht mal zur eigentlich angebrachten Reklamation.

Hör-Tipp

Sehr inspirierend finde ich die Podcast-Folge von “Endlich Om!“ mit Meike Winnemuth, da bekommt man richtig Lust auf Minimalismus! Die habe ich schon sicher fünf Mal gehört und bekomme nicht genug…

Bilder: Pixabay

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