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(Un)perfekte Welt

Einen losen Faden abschneiden

Den Ehenamen nach der Scheidung behalten oder nicht? Eine interessante Frage…

Das war für mich eine schöne Umschreibung für die Frage, ob ich nach meiner Scheidung den Ehenamen behalten möchte. Irgendwie ist das auch ein Thema der Ordnung in meinem neuen Lebensabschnitt. Den Ehenamen noch zu behalten würde etwas noch nicht zu Ende Geführtes darstellen, ein noch zu erledigendes Aufräumen – eben einen losen Faden, den es abzuschneiden gilt.

Ich habe eigentlich immer gesagt (auch als das Thema nur rein hypothetisch war, lange vor ersten ernsthaften Trennungsgedanken), dass ich den Namen behalten würde, bis das Kind nicht mehr bei mir wohnt oder mindestens volljährig ist.

Jetzt, wo der Moment näher rückt, ab dem die Änderung meines Nachnamens wirklich möglich wird, habe ich darauf große Lust. Seltsam eigentlich… Zumal der Ehename schon etwas schöner ist als mein Geburtsname.

Text "Not forever", teils aus Scrabble-Steinen, das O ist ein Rind

Nüchtern betrachtet…

gibt es da durchaus Pros und Contras:

Pro Ehename:

  • Es merkt nicht unbedingt jeder, dass sich an meiner familiären Situation etwas geändert hat.
  • Ich heiße wie das Kind.
  • Daraus folgend: Keine komischen Fragen, wenn ich etwas fürs Kind klären will.
  • Bei meinem Arbeitgeber bin ich nur mit dem Ehenamen bekannt.
  • Neue Ausweispapiere nötig bei Änderung des Namens.
  • An zig Stellen muss der Name geändert werden: Banken, Versicherungen, Online-Portale, beim Arbeitgeber und was weiß ich noch…
  • Die Unterschrift sitzt einfach nach 17 Jahren…

Contra Ehename bzw. pro Geburtsname:

  • Man kann ruhig merken, dass sich an der familiären Situation was geändert hat, ich gehe damit ohnehin recht offen um.
  • Wegen des anderen Namens als vom Kind kann ich vorsichtshalber eine Geburtsurkunde dabei haben.
  • Beim Arbeitgeber wird’s nur kurze Zeit Thema sein, dass ich meinen Namen geändert hab. Daran gewöhnt man sich schon…
  • Neue Ausweispapiere und Aufwand mit der Namensänderung überall hab ich irgendwann sowieso, denn ich würde den Namen nur noch ein paar Jahre behalten.
  • Die Unterschrift ist ja nun wirklich das kleinste Problem!
  • Falls der dann geschiedene Mann nochmal heiratet, möchte ich den Ehenamen schon gar nicht mehr tragen.
Hand mit Stift, die etwas schreibt

Welcher Punkt davon für jede*n von euch bei der Entscheidung die Waage in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen würde, kann unterschiedlich sein. Die Frage, ob man noch wie das Kind heißt, spielt da sicher eine der größeren Rollen.

Entscheidung besprechen

Daher hab ich das natürlich mit meinem Kind besprochen, und was soll ich sagen: Ich habe ein sehr cooles Kind! Es ist großes Verständnis dafür da, dass ich nicht mehr wie mein geschiedener Mann heißen möchte, und die Tatsache, dass wir dann nicht mehr gleich heißen, ist für sie überhaupt kein Problem!

Da ich bei der Arbeit in den letzten zwei, drei Jahren mehrere gestandene Kolleginnen erlebt habe, die ihre Nachnamen geändert haben und das nach meiner Wahrnehmung schnell kein Thema mehr war, sehe ich das als kein größeres Problem an.

Die Entscheidung

Also: Die Entscheidung steht, ich werde meinen Geburtsnamen wieder annehmen! Und ich freue mich darauf! Ein wenig mehr Abgrenzung, noch ein wenig mehr Gefühl der Selbständigkeit.

Finger, die einen Ring halten

Und übrigens: Es gibt im Netz Dienstleistungsangebote für die ganze Arbeit, überall den Namen zu ändern! Ungefähr wie ein Kontowechselservice… Eine Empfehlung kann ich bisher nicht aussprechen, da ich es erstens nicht ausprobiert habe. Zweitens hätte ich bei dem Versuch, den Preis für diese Dienstleistung heraus zu kriegen, schon meine gesamten Daten angeben müssen. Das wollte ich nicht…

Praktisch dabei: Da man in einem ersten Schritt schon anklicken musste, was man alles zu ändern hat, bin ich schon auf Punkte gekommen, die ich sonst vielleicht vergessen hätte 🙂

Wie würdet ihr die Namensfrage handhaben?

Bilder: pixabay

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