Kategorien
(Un)perfekter Alltag

Ich hasse Schule – muss ich wirklich alles noch mal machen?

Ganz ehrlich: Ich hasse Schule, aber erst seitdem ich als Mutter dahin muss.

Allein die Schulausbildung ist ein Grund, keine weiteren Kinder zu bekommen. Das liegt bestimmt daran, dass ich die „guten Fächer“ wie Kunst und Sport nicht habe. Ich bin für Vokabeln, Grammatik und unangenehme Zettel zuständig.

„Normal“ war anders

Jetzt sind im letzten Bundesland die Ferien zu Ende und ich bin schon nach einer Woche wieder urlaubsreif. Der Ministerpräsident meines Bundeslandes meinte in seiner Pressekonferenz: alle Schüler sollen wieder mit Freude in die Schule gehen und das mit so viel Normalität wie möglich. (Sinngemäß aus meiner Erinnerung, oder was ich hören wollte). Normalität? Die sieht für mich so aus: Mein Sohn kommt, weil man den Schülern die Mund-Nasen-Bedeckung nicht den ganzen Tag zumuten kann (was ich sogar verstehe) schon um 12:15 Uhr nach Hause – hungrig. Normalerweise arbeite ich aber 8 Stunden, plus der gesetzlich vorgeschriebenen Pause von 0,5 Stunden und der Fahrzeit. Also – koche ich abends vor, damit er sich was in die Mikrowelle schieben kann; arbeite nicht meine Zeit und hoffe, dass ich sie irgendwie anders wieder reinholen kann, weil im Office auch Restart 2.0 geplant ist – zurück zur Normalität.

Ist bei euch alles normal?

Hallo? Bin ich die einzige, die nichts normal findet? Ich bin mega gestresst. Davon dass ich dann, nachdem ich viel schneller gearbeitet habe, auf meine Pause verzichtet habe, damit ich früher gehen kann, noch Hausaufgaben kontrolliere, Bücher checke, Umschläge und Material kaufe. Und dann diese Zettel: Mein-Kind-darf-allein-nach-Hause-gehen-Zettel, Ich-habe-die-Einladung-zum-Elternsprechtag-erhalten-Zettel, Mein-Kind-darf-fotografiert-werden-Zettel; Ja, Er-darf-auch-alleine-zum -Schwimmbad-gehen-Zettel.

Bei uns wurde doch nicht so ein Geschiss gemacht, oder?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich meinen Eltern nicht so viele Zettel mit nach Hause gebracht habe. Und für meine Eltern war meine Schulausbildung auch kein zweiter Job.

Es geht auch anders

Ich kenne nur genaue eine weitere Frau, die von ihrem ungefragten Zweitjob genauso genervt ist, wie ich. Mit ihr saß ich letztens, statt Vokabeln zu büffeln, im Café und redete nicht über die Kinder. Ich kam mir richtig rebellisch vor. Da kam eine Bekannte vorbei und erzählte, dass ihre Tochter aufgefordert werden muss, mit dem Lernen aufzuhören.

junge weibliche Person mit erschrockenem Gesichtsausdruck

Wir haben uns zwei Bier bestellt. Ich glaube, so was gibt es gar nicht; oder es ist wie ein Lottogewinn. Den haben die Anderen.

Bilder: Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.